Herzlich Willkommen

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Samstag, 3. Juli 2010

Erste Grüße von Katharina, unsere MaZlerin in Honduras

Liebe Daheimgebliebenen in Deutschland,

leider ist es mir derzeit noch nicht möglich eine Email mit Fotos zu schicken, da die Internetverbindung zu langsam ist. Dennoch wollte ich mich nun nach fast vier Wochen Honduras einmal melden.

Die Ankunft

Als ich am 8. Juni abends in San Pedro Sula, Honduras, gelandet bin, wurde ich sofort freundlich von zwei Schwestern, Sr. Mary und Sr. Marisol, in Empfang genommen. Sr. Mary lebt mit in Monte Verde, Sr. Marisol eigentlich in Guatemala. Sie war nur auf Besuch für einige Tage hier.
Die erste Nacht haben wir alle bei Schwestern in El Progreso verbracht, da die Fahrt nach Monte Verde zu lange gedauert hätte. El Progreso hingegen nur eine halbe Stunde Autofahrt vom Flughafen entfernt ist und sich dort das zweite Schwesternhaus, neben Monte Verde, befindet.
Aber gleich am nächsten Morgen ging es um 6 Uhr los. Keine ungewöhnlich frühe Uhrzeit für die Verhältnisse hier, da es dann noch angenehm kühl ist.
Von El Progreso aus sind es etwa 5 Stunden bis nach Monte Verde, doch wir kamen erst am Nachmittag an. Das lag daran, dass wir noch einige Stopps eingelegt haben, um einige Dinge zu erledigen. So bin ich zum Beispiel mit Marisol in La Esperanza über den Markt gelaufen, um einige Dinge für das Abendessen und die nächsten Tage einzukaufen.
Eine große Erfahrung. Denn hier wird alles verkauft was man sich vorstellen kann und das auf engstem Raum. Rauf und runter sind wir gelaufen und haben an jedem Stand zweimal gefragt, wieviel etwas kostet, um es dann doch nicht zu kaufen oder später wiederzukommen und dann doch mitzunehmen.
Als wir dann aber endlich auch in Monte Verde angekommen sind, wurde ich auch hier von den anderen Schwestern, Sr. Reina und Sr. Emelina, herzlich empfangen.
Und auch Monte Verde erstrahlte im Sonnenschein. Hier oben in den Bergen ist es auch bei Weitem nicht so warm wie im Norden des Landes. Die durchschnittliche Temperatur beträgt hier am Tage 20 bis 25 Grad. Sehr angenehm, vor allem für die teilweise weiten Strecken, die man hier zu Fuß zurücklegen muss.

Monte Verde

Ansonsten ist Monte Verde ein kleines Bergdorf, dass im Südwesten von Honduras, in der Region Intibuca liegt. Mit klein meine ich die Anzahl der Bewohner. Ich weiß nicht genau, wie viele Menschen hier leben, aber es werden kaum mehr als 100 sein. Dafür leben sie jedoch weit verstreut, sodass es von unserem Haus aus, dass nah an der Schule und der Kirche liegt, 15 Minuten Fußweg bedarf um an ein Ende zu kommen. Und dabei liegt nicht Haus an Haus, sondern ein Haus kann auch mal nur über einen kleinen Trampelpfad verbunden, weit ab von der Straße liegen.
Und auch der Begriff Bergdorf ist hier wörtlich zu nehmen. Wo man hinschaut, ist Monte Verde von Bergen umgeben. Die nächste Stadt, La Esperanza, liegt mit dem Bus etwa drei Stunden entfernt und viele Straßen sind nur mit Geländewagen passierbar, da sie hier nicht asphaltiert sind und ohne Allrad teilweise kein vorankommen wäre. Neben dem Bus koennte man teilweise nebenher laufen, da er so langsam faehrt, weil die Strassen zum Teil sehr steil sind. Bei dem Bus darf man sich auch keinen guten Reisebus vorstellen, sondern es handelt sich um die aus den USA bekannten gelben Schulbusse, die hier auf ihre letzten Tage eingesetzt werden.
Ganz davon abgesehen, dass viele andere Dörfer hier in der Umgebung nur zu Fuß oder mit einem Esel/Pferd zu erreichen sind.
Dennoch gibt es auch viel „Modernes“, wie vor allem Suessigkeiten, die in den kleinen Shops verkauft werden. Was das fuer Konsequenzen hat, erklaere ich spaeter.

Mein Zuhause


Mein Zuhause besteht quasi aus zwei Häusern. Dem Haus der Schwestern, in dem wir gemeinsam essen, beten und ich mich tagsüber aufhalte und dem Wohnheim, in dem ich mein Zimmer habe. Dies liegt auf der anderen Straßenseite. Ich habe dort sowohl ein eigenes Zimmer, als auch ein eigenes Bad. Mit mir leben dort noch sechs andere Personen. Berta und ihr kleiner Sohn, zwei Mädels und zwei Jungs. Berta ist so etwas wie die große Schwester für alle, da sie die Aufsicht führt. Die Mädels und Jungs besuchen die Schule hier im Dorf. Alle sind nur unter der Woche hier.

Das gemeinsame Leben

Im Gegensatz zu meinen Erfahrungen in Deutschland, wird hier vor Ort in der Schwesterngemeinschaft relativ wenig gemeinsam zelebriert. Dies liegt vor allem daran, dass die Schwestern an unterschiedlichen Orten ihre Tätigkeiten ausüben und zu den verschiedensten Zeiten das Haus verlassen oder wiederkommen. Lediglich das Abendessen und das anschließende Gebet ist unter der Woche gemeinsam, sowie der Gottesdienst am Sonntag. Dennoch bleibt genuegend fuer mich genuegend Zeit mit ihrer Hilfe mein Spanisch zu verbessern, da ich in der Regel immer mit einer der drei Schwestern unterwegs bin.

Die letzten Wochen

Nun schon etwas zu meinen Aktivitäten in den letzten Wochen. In der zweiten Woche bin ich das erste Mal mit Reina nach Suyapa gelaufen. Suyapa liegt etwa 4 bis 5 Fußstunden von Monte Verde entfernt und Reina unterrichtet dort im Rahmen des Programms „Maestro en Casa“.
Es handelt sich hierbei um eine Art Tutorenprogramm. Die Schüler kommen einmal die Woche zusammen und erarbeiten ein oder mehrere verschiedene Themen gemeinsam. Für die anderen Tage gibt es einen Plan, der vorlegt, was im Selbststudium erarbeitet werden muss. Bei den Schülern von „Maestro en Casa“ handelt es sich vor allem um Kinder, deren Eltern kein Geld haben, um sie zur Schule zu schicken. Dies ist nachvollziehbar, wenn man sich überlegt, dass die Mütter keiner Arbeit nachgehen können, aber die Familien oft aus fünf, sechs oder mehr Familienmitgliedern bestehen.
Und nicht nur Reina und ich, als die Lehrer, hatten diesen weiten Weg zurückzulegen. Auch die Schüler benötigen in der Regel mehrere Stunden, um zu dem gemeinsamen Unterricht zu gelangen.

In der dritten Woche ist eine Freiwilligengruppe aus St.Louis, Missouri, angereist. Seit vielen Jahren helfen sie jedes Jahr hier für eine Woche beim Aufbau und der Reparatur von Häusern, kleinen Geschäften oder auch der Kirche.
Es handelte sich um 10 junge Erwachsene, die zum Teil noch zur Schule gehen und um 10  Lehrer der Kennedy High School bzw. anderen engagierten Gemeindemitgliedern. Auch spenden sie Spielzeug und Kleidung. Meine Woche bestand also zum größten Teil aus Beton mischen, Erde schaufeln, Steine schleppen oder auch mal zur Abwechslung mit den Kinder aus Monte Verde basteln. Die wissen nämlich auch, dass wenn die „Gringos“ hier sind, immer was los ist.
Dank dem großen Einsatz ist die Arbeit in der Woche sehr gut vorangeschritten und auch das Kirchendach ist dicht.

Nun ist aber auch dieser „Ausnahmezustand“ vorüber und so langsam pendelt sich der Alltag ein.
Dienstags werde ich in der Regel im Projekt „Maestro en Casa“ mitarbeiten und eigene Stunden in Mathematik übernehmen, sobald mir die spanische Sprache leichter fällt. Mittwochs biete ich eine Flötengruppe an und Donnerstags werde ich wahrscheinlich  in der Werkstatt für Näharbeit mitarbeiten. Die Flötengruppe befindet sich noch in ihren Kinderschuhen. Während meiner ersten Stunden musste ich feststellen, dass das Interesse schnell nach lässt und die Gruppe innerhalb von einer Stunde mal aus einem Kind und dann aus drei oder vier Kindern bestand.
Hinzu kommt eine freiwillige Tätigkeit im „Centro de Salud“, unserem Gesundheitszentrum. Hier geht es vor allem um die Aufklärung über Hygiene, Ernährung und die regelmäßige Kontrolle der Entwicklung der Kinder. Gerade die Hygiene spielt hier in den Bergen eine grosse Rolle, da so die Kindersterblichkeitsrate gesenkt und Krankheiten vorgebeugt werden kann.
 Daher war ich auch sehr erschrocken darueber, dass hier der Muell willkuerlich in die Natur geworfen wird. Auf dem „Dorfplatz“, also dem Platz vor der Kirche und unserem Haus, gibt es zwei Muelleimer, doch diese werden nicht benutzt. Dies liegt zum groessten Teil daran, dass die Kinder nicht lernen, wie der Muell richtig entsorgt wird und auch die Eltern kein Vorbild sind. Und zum anderen kommt aus Kosten- und Weggruenden nur sehr sehr selten ein Muellauto in das Dorf hier. Ich habe in meiner Zeit hier, noch keines gesehen. Dies ist wirklich ein Problem, da so die Schoenheit der Natur und natuerlich auch die gesamte Vegetation zerstoert wird. Denn bei dem Muell handelt es sich nicht nur um organisches Material, sondern sehr viel um Plastik und Papier. Der Muell, der durch den Verkauf von Chips und anderen Suessigkeiten produziert wird.
Gleichzeitig fuehrt dieser Verkauf auch zu einer Fehlernaehrung. Berichten zu Folge leiden viele Kinder unter einer Mangelernaehrung, obwohl ihnen genuegend Kalorien zur Verfuegung stehen. Die Taetigkeit der Freiwilligen im Centro de Salud leistet auch in diesem Bereich viele Dienste, da sie aufklaeren und auch Kontrolle ueber die Entwicklung fuehren.

Die Wochenenden sind, außer dem sonntäglichen Gottesdienst, ohne feste Aktivitäten, sodass sie der freien Verfügung dienen. Ich überlege, regelmäßig Bastelstunden anzubieten.


Auf diesem Wege moechte ich mich auch bei allen Bedanken, die es mir ermoeglicht haben, dass ich diese Erfahrungen hier sammeln kann und bei all denen, die mich in ihre Gebete einschliessen.
Ich hoffe, dass ich regelmaessig ueber meine Erfahrungen berichten kann und diese demnaechst auch mit Bildern „verschoenern“ kann.


Viele Gruesse aus dem weitentfernten, aber sehr schoenem und gastfreundlichen Honduras sendet

Katharina

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